Dieter Haist

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Fortsetzung: Deckenbild "Aufklärung"

Die Vorstufe solcher Getroffenheit hat der Spanier Juan Genovés bereits während der 60er Jahre immer wieder als Stadium existentieller Gefährdung in Bilder gefaßt.

In seinen Beschreibungen des Zustands vor dem Schlag aus düsterem Himmel nimmt eine unerkannt bleibende Macht die Menschheit ins Visier; Subjekte und Objekte der Bedrohung sind gleichermaßen anonymisiert: der Mensch im Fadenkreuz, hilflos der vertikalen Gefahr ausgeliefert, von oben herab im Sucher verfolgt und angepeilt. Alles Retten, Rennen, Flüchten bleibt umsonst, jeder Versuch des Entkommens muß vergeblich sein in einem Gelände, das keine Zuflucht bietet. Die wimmelnde Masse in panischer Angst ist ohne Chance, wenn der Schatten des Bombers über sie fällt...

Gerade dieses eingeschliffene Schema aber will Dieter Haist mit seiner Deckeninstallation "Aufklärung" (1993) in Frage stellen: Der Fotoapparat, das traditionelle Instrument der Luftaufklärung, hat in senkrechter Aufsicht eine Menschengruppe festgehalten. Durch Installierung einer ca. 6 x 6 m messenden Vergrößerung an der Decke eines Raumes von indentischen Grundmaßen und in eben der Entfernung, die dem Aufnahmeabstand von Kamera und Objekt entspricht, verkehrt sich das Verhältnis von Oben und Unten, von Tätern und Opfern zu einem Raumeindruck von irritierender Schwerelosigkeit. Mit seiner einfachen Drehung der Wahrnehmungsperspektive stellt das Deckenbild das Problem der "Über-heblichkeit" in den Raum...
 

Katalog "Die vertikale Gefahr. Luftkrieg in der Kunst", Dr. Harald Kimpel,
Ausstellung in der documenta-Halle 1993    <<